Gfu-Umfrage

Abschied von „Triple Plus“ – noch viel Aufklärungsbedarf

Ab dem 1. März wird es mit den neuen Energieeffizienz-Kennzeichen für Hausgeräte ernst: Der Handel muss umlabeln und Endverbraucher müssen umlernen. Da bekanntlich Vergleichbarkeit und Aussagekraft in der Vergangenheit aufgrund zu vieler Pluszeichnungen und Ergänzungen nicht mehr gegeben waren, wurden die die Richtwerte für die Energieeffizienz und somit die Klassifizierungen umgestellt. Was zuvor mit „A+++“ Spitzenreiter war, wird künftig unter Umständen in B, C oder D herabgestuft. Zunächst gilt dies für Kühl- und Gefriergeräte, Geschirrspüler, Waschmaschinen, Waschtrockner, TV-Geräte und Computer-Monitore.

Während der Handel von Seiten der Industrie bereits seit letztem Herbst mit den neuen Etiketten für ihre neu angelieferten Geräte ausgestattet wird, besteht in der Bevölkerung noch große Unkenntnis. So ergab eine jüngst durchgeführte repräsentative Umfrage der gfu Consumer & Home Electronics GmbH, dass fast die Hälfte der Befragten (46 Prozent) von der Änderung noch nichts gehört haben. 37 Prozent wissen zwar, dass sich etwas ändern wird, können aber nicht genau sagen, was.

Wird jedoch erläutert, dass die Änderungen zu einer besseren Unterscheidbarkeit bei der Energieeffizienz der Produkte führen, begrüßt die Mehrheit der Befragten (54 Prozent) das neue Label. Nur elf Prozent finden die Änderungen unnötig. Von der Sinnhaftigkeit schärferer Kriterien ist eine deutliche Mehrheit überzeugt: 59 Prozent sind der Meinung, dass die Hersteller so mehr Anreize haben, an der Effizienz ihrer Produkte zu arbeiten. Trotz der mehrheitlich positiven Einstellung zum neuen Label befürchtet aber immerhin ein Drittel der Befragten, dass sie – zumindest in der Anfangszeit – Schwierigkeiten bei der Umgewöhnung haben werden. Durchaus gespalten zeigen sich die Befragten, wenn sie entscheiden sollen, ob die EU Effizienzkriterien aufstellen soll oder ob der Markt das nicht auch ohne „Ansagen von oben“ regeln kann. 40 Prozent sind für politische Regelungen, 26 Prozent dagegen.

Zu beachten ist, dass sich nicht nur die Maßgaben für die Effizienzklassen geändert haben –auch die Berechnungsgrundlagen für die Energieeffizienz sind andere. So ging man beispielsweise bei der Berechnung des Jahres-Energieverbrauchs bisher von unterschiedlichen Zyklen aus. Bei Spülmaschinen wurde mit 280 Durchgängen pro Jahr kalkuliert, bei Waschmaschinen mit 220 Waschladungen. Zukünftig wird der Energieverbrauch einheitlich auf 100 Durchgänge bezogen – was dann eine einfache Umrechnung auf die persönlichen Nutzungsgewohnheiten ermöglichen soll.

Außerdem wird das neue Label nicht allein über den Energieverbrauch der Produkte informiert. Je nach Gerätekategorie finden sich weitere nützliche Informationen: Bei Waschmaschinen beispielsweise über den Wasserverbrauch und die Dauer eines Waschzyklus. Und auch über die Geräusch-Emissionen der Produkte informiert das Label. 

„Das neue Effizienzlabel sorgt für eine verbesserte Verbraucherinformation und steigert gleichzeitig den Einsatz der Hersteller weiter stark in die Entwicklung nachhaltiger Produkte zu investieren. Das sind zwei sehr positive Effekte“, kommentiert Dr. Sara Warneke, Geschäftsführerin der gfu Consumer & Home Electronics GmbH, den anstehenden Wechsel. 

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