MHK Branchen-Abend in Enger

Alno-Vorstandschef Max Müller rügt Bulldozermentalität seiner Vorgänger

Zum Wochenbeginn gab es ein dichtes Gedrängel beim traditionellen Branchenabend der MHK-Group anlässlich der westfälischen Küchenhausmessen. MHK Vorstandsvorsitzender Hans Strothoff skizzierte eine optimistische Marktperspektive für die Küchen- und Gerätebranche, lobte noch einmal den guten Jahresstart durch die überaus gelungene Küchenmesse "Living Kitchen" in Koeln. Er richtete einen eindringlichen Appell an die Branche, sich im Thema Online-Vermarktung von Küchen und Geräten wachsam zu zeigen. Nur über gemeinsame Aktivitäten aller Player in der Küchenbranche seien Preisverhau und Attacken aufs stationäre Geschäft zu verhindern.

Mit Spannung erwartet wurde dann der erste große Auftritt vom Vorstandsvorsitzenden der angeschlagenen Alno AG, Max Müller. In einer ausführlichen Rede betonte er zunächst den Wert und den hohen Bekanntheitsgrad der Marke Alno. Mehrfach hob er die Leistung der hochmotivierten Mitarbeiter hervor, die sich auch trotz permanenter Kurswechsel im Management und schlechter Bilanzen für ihr Unternehmen engagieren. Im hohen Potenzial dieser Mitarbeiter sah er eine Kernkompetenz des Unternehmens. Zu weiteren Details der künftigen Ausrichtung des Unternehmens wollte er aber keine Stellung beziehen, einzig die Kritik am bisherigen Management - "Bulldozermentalität"- sorgte für ein Raunen im Saal.

In gekonntem Understatement - "ich bin hier der Novize" sozusagen der "älteste Azubi der Küchenbranche" - entführte der neue Alno-Vorstandschef die dicht gedrängt stehenden Besucher im MHK-Forum in breite Ausführungen über die Moral und den Anspruch unternehmerischen Tuns, begründete die Aufgabe von Management aus der lateinischen Wortbedeutung und zitierte den preußischen Generalfeldmarschall Helmuth von Moltke zu Befehl und Gehorsam und beendete seine Rede mit Goethe. Dennoch: Viel Applaus.

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