Höffner/Sconto/Möbel Kraft

Das bedeutet der Begros-Zugang

Die Begros macht bereits zum zweiten Mal in diesem noch jungen Jahr große Schlagzeilen. Während Mitglied Opti-Wohnwelt erst vor einer Woche verkündet hatte mit dem Zugang von 20 Standorten von der Tessner-Gruppe seinen Umsatz zu verdoppeln – auf geschätzt bald 280 Mio. Euro – so wächst der Außenumsatz des Verbands aus Oberhausen mit dem jetzt vermeldeten Höffner-Deal noch einmal gewaltig. Bei geschätzt 2,3 Mrd. Euro (siehe „möbel kultur Umsätze 2020“) lag 2019 der Gesamtumsatz der Höffner-Unternehmensgruppe, mit bundesweit aktuell 23 Höffner-Standorten, 10 mal Möbel Kraft, 22 Sconto-Filialen und Möbel Mahler in Siebenlehn. Dazu kommen noch Sconto-Märkte in Tschechien (8) und der Slowakei (4).

Der Außenumsatz der Begros, der 2019 auf 5,8 Mrd. Euro geschätzt wurde, dürfte für 2020/21 – zusätzlich aufgrund der guten Branchenentwicklung – damit künftig bei rund 8,3 Mrd. Euro liegen. Ein starkes Pfund, auf das die Industrie sicherlich nicht ganz so freudestrahlend blickt. Denn die Konzentration schreitet weiter mit großen Schritten voran.

Während jedoch zuletzt XXXLutz der Konzentrationstreiber war, hat die Begros es nun geschafft, seit dem Austritt der Österreicher – was Anfang 2015 ein herber Schlag war – den Außenumsatz von zwischenzeitlich geschätzt nur 3 Mrd. Euro auf die jetzt genannten 8,3 Mrd. Euro bald zu verdreifachen. Die Begros avanciert damit zu einem veritablen Gegengewicht zum XXXL-Verband Giga International. Wobei dieser mit den jüngsten Neuzugängen (Roller/Tejo‘s, Schulenburg, Conforama, etc.) europaweit längst im zweistelligen Milliardenbereich unterwegs ist, in Zukunft also noch einiges mehr in die Waagschale werfen wird.

Die Höffner-Gruppe hat den Zugang zur Begros besser vorbereitet als im Herbst 2018 das geplante Andocken bei Union. Damals hatte sich die Prüfung durch das Bundeskartellamt über viele Monate hingezogen, mit dem Ergebnis – im September 2019 –, dass KHG nicht beitreten durfte und Union inzwischen Geschichte ist. Nun heißt es ja, dass der Beitritt der Krieger-Gruppe zur Begros dem Bundeskartellamt vorab mitgeteilt worden sei, und die Parteien sich in enger Abstimmung mit der zuständigen Beschlussabteilung befinden. „Wir gehen nach den geführten Gesprächen davon aus, dass das Bundeskartellamt den Beitritt nicht beanstanden wird und sind zuversichtlich, kurzfristig grünes Licht zu bekommen“, sagt Begros-Geschäftsführer  Patrick Neuss.

Übrigens, Ende 2001 war Höffner aus der Begros ausgetreten. Fast 20 Jahre später werden Firmenchef Kurt Krieger & Co. jetzt also wieder Mitglied im Oberhausener Club.

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