MHK Group

„Endlich wieder Begegnung“

Noch nicht das große Europatreffen (das folgt am 1.-3.4.2022), sondern den „kleinen Gipfel“ zum Warmwerden veranstaltete die MHK Group am vergangenen Wochenende in Berlin. Immerhin rund 1.600 Teilnehmer aus der deutschen Küchen-, Möbel-, Sanitär- und Maler/Stuckateur-Branche folgten der Einladung ins „Estrel“-Hotel. Sogar einige hundert mehr als erwartet, was einmal mehr das Bedürfnis nach „Kommunikation. Begegnung. Mensch“ (so das Kongress-Motto) unterstrich. Seit zweieinhalb Jahren habe die MHK Group coronabedingt auf diese Gelegenheit gewartet, erklärte Vorstandschef Werner Heilos die Bedeutung, sich endlich wieder persönlich begegnen zu können. Eine Chance, die auch rund hundert Aussteller aus der Industrie auf der Verbandsmesse „Living & Style“ nutzten. Hochkarätig vertreten waren nicht nur die wichtigsten Unternehmen der Branche, sondern fast durchgängig auch die oberste Chefetage.

Während der MHK Kongress damit einerseits den Rang eines großen Branchentreffs mit viel Raum für Austauschmöglichkeiten hatte, gab es darüber hinaus wieder jede Menge Entertainment. Vor allem beim traditionellen Höhepunkt am Samstag, der Verleihung des Goldenen Dreiecks für die schönsten Küchen und die schönsten Bäder Deutschlands. TV-Moderator und Comedian Thomas Hermanns führte diesmal die Dialoge mit den prominenten Jury-Mitgliedern und sorgte dafür, dass alle im Saal non-stop ihren Spaß hatten. In Berlin dabei: Laura Karasek (u.a. Autorin, Moderatorin), Eloy de Jong (Ex-Sänger „Cought in the Act“), Sarah Engels (ehemals Lombardi) und Box-Champion Henry Maske. Abends startete dann Ralf Schmitz seinen Angriff auf die Lachmuskeln.

Ein absoluter Höhepunkt war zudem der Auftritt von Jean-Claude Juncker, Präsident a. D. der Europäischen Kommission, der sein Statement „Die Stärke Europas liegt in der Gemeinschaft“ ebenso kurzweilig mit viel Ironie aber auch ernsthaften Appellen für den gemeinsamen demokratischen Wertekodex würzte. Mit einer großen Bilderschau wurde überdies an den Gründer Hans Strothoff und die Vielzahl unvergessener „Küchen-Gipfel“ mit Auftritten von Helmut Kohl, Udo Jürgens oder Helene Fischer gedacht.

Was die MHK Group im Business antreibt, wurde am Freitag schon in einem Pressegespräch zum Thema. Der aktuelle Nachfrageboom hat sich natürlich auch bei der MHK Group gezeigt: Die Umsätze liegen sogar um rund fünf bis zehn Prozent über dem Durchschnitt, berichtete Dr. Olaf Hoppelshäuser, u. a. verantwortlich für den Vertrieb. Gleichzeitig werde jedoch der Fachkräftemangel bei der Abwicklung der Aufträge zur immer größeren Herausforderung. Deshalb komme es nun stärker auf schnellere, effizienter Abläufe an: Um Küchenspezialisten von der Bestellung bis zur Auslieferung und beim Reklamationsmanagement digital zu begleiten, hat die Verbundgruppe das Agile Prozesstool (APT) entwickelt. „Das APT wird ein neuer Standard in der Branche werden,“ ist Hoppelshäuser überzeugt.

Digitalisierung war auch ein Stichwort für Kirk Mangels, Vorstand für Marketing, Kommunikation und IT: „Ich würde nicht von einem New Normal reden. Corona hat vielmehr wie ein Beschleuniger gewirkt.“ Mit Blick auf den allgemeinen Change-Prozess, sei es im Headquarter Dreieich oder auch der Kundenbedürfnisse, sieht er die MHK auf einem sehr guten Weg: „Wir gehen klare Schritte der Modernisierung und stellen uns heute optimal für die nahe Zukunft auf, ohne aber unsere Wurzeln und Werte zu vergessen. Mit dem Agilen Prozesstool, aber auch einem durchgängigen Prozess von der Aufmaß-App über den Onlineplaner mit Planungsassistenten bis hin zur fertigen Profiplanung in Carat, setzen wir hier Maßstäbe. Und das sind nur zwei kleine Beispiele einer gesamten Produktpalette.“

Vorstand Wolfgang Becker, zuständig für die Zentralregulierung, hob dazu die Vorteile der Umstellung auf die elektronische Rechnungsabwicklung durch die IHT hervor – aus dem papierlosen Procedere resultiert zugleich ein Langzeitarchiv mit entsprechend optimiertem Datenzugriff. Gesichert wird dies durch die Zertifizierung der KPMG-Wirtschaftsprüfung.

Von Unsicherheiten der Händler zu Beginn der Corona-Krise wusste Frank Bermbach, Vorstand der MHK Group und der Cronbank zu berichten. Als Dienstleister für Bankprodukte und Versicherungen in mehr als 40 Branchen aktiv, habe sich die Bank gerade im Lockdown als wichtiger Anker erwiesen. „Hier kam es vor allem auf Schnelligkeit an. Wir konnten unsere Kunden beruhigen und im Fall der Fälle auch kurzfristig mit Vorleistungen unterstützen.“ Helfen konnte die Cronbank u. a. dabei, für die Mitglieder Mittel der KfW freizumachen. Gegenüber den gewohnten Beträgen von 200 bis 220 Mio. Euro waren es in der Corona-Zeit jetzt über 400 Mio. Euro Kreditvolumen.

Mit Blick auf die Zukunft sieht Werner Heilos durchaus positive Signale, aber auch die Fortsetzung der Unsicherheiten. „Die Situation auf den Zuliefermärkten ist prekär. Wir leiden unter einer Holz-, Stahl- und Halbleiterknappheit. Damit sind alle Produktgruppen einer Küche – Holz, Geräte und Zubehör – voll betroffen. Und auch im Sanitärbereich sieht es nicht viel anders aus.“

In den gerade zurückliegenden Ordergesprächen sah sich die Verbundgruppe durch die Lieferengpässe mit Preiserhöhungen zwischen zwei und zehn Prozent konfrontiert (im Schnitt 5-7%). Teilweise seien die Lieferzeiten jetzt schon äußerst lang. So werde beispielsweise bei Küchen vermehrt nicht vollständig geliefert und oft werden dieses Jahr gar keine Aufträge mehr ausgeführt. Grundsätzlich gelte es aber für den Handel die Preiserhöhungen an die Klientel weiterzugeben, um die eigene Marge nicht zu gefährden.

Lob sprach der Aufsichtsratsvorsitzende der MHK Group und Cronbank, Prof. Rainer Kirchdörfer, dem Vorstand für das in den letzten 14 Monaten Geleistete aus, nachdem der Tod von Hans Strothoff eine Lücke gerissen hat. Er habe die MHK nicht nur durch die schwere Zeit der Pandemie geführt, sondern sei auch wichtige Themen, wie eben die Digitalisierung, angegangen.

Digital hat die MHK diesmal auch den Kongress begleitet: Über eine neue App wurden die Teilnehmer zu den Highlights des Tages auf dem Laufenden gehalten.

Die Gewinner des Goldenen Dreiecks 2021 für die schönste Küche:

1. Platz: Christiane und Markus Köbert, Küche geplant von Jörg Adrian, Adrian Küchen in Aschaffenburg

2. Platz: Silke Murschel und Oliver Freihofer, Küche geplant vom Hass Küche & Raumdesign Team in Besigheim

3. Platz: Lena Hartmann und Fabian Hörtz, Küche geplant von Dierk Dickmann, Dickmann Küchen in Kirchheim-Teck

Sonderpreis für die perfekte Raumausnutzung: Jörg Liebig, Venschott Küche | Raum | Manufaktur in Greven

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