AMK

Hochwertige Küchen stark nachgefragt

Der Stay-at-home-Effekt rückte die Küche 2020 in den Mittelpunkt des Lebens und führte dazu, dass die Branche zu den Gewinnern des Corona-Krisenjahres gehörte. „Die Bedeutung des Home Cooking und die Bereitschaft zu Investitionen in die eigenen vier Wände sind in der Corona-Krise deutlich gestiegen“, stellte Roland Hagenbucher, Vorstandssprecher der Arbeitsgemeinschaft Die Moderne Küche e.V. (AMK), auf der AMK-Wirtschaftspressekonferenz fest, die heute online stattfand. „Das Interesse und der Bedarf an individuell geplanten Einbauküchen haben spürbar zugelegt – und tun dies auch weiterhin.“

2020 kostete eine Küche laut GfK durchschnittlich 9.678 Euro und damit  4,6 Prozent mehr als 2019. Und es sind, wie Markus Wagenhäuser, GfK, erläuterte, die Küchen im Segment 10.000 bis 20.000 Euro und über 20.000 Euro, die zweistellig und damit überdurchschnittlich zulegen konnten. Die Küchenspezialisten haben sich im Vergleich zur Großfläche hervorragend entwickelt.

Die deutschen Küchenmöbelproduzenten steigerten ihren Umsatz nach Angaben des Verbands der Deutschen Küchenmöbelindustrie (VdDK) im vergangenen Jahr um 4,5 Prozent auf 5,26 Milliarden Euro. Erstmals seit geraumer Zeit entwickelte sich der Inlandsmarkt (plus 7,76 %) besser als das Auslandsgeschäft (plus 0,06 %). Der positive Verlauf des Küchenmarkts spiegelt sich auch bei den Hausgeräten wider: Die hiesigen Handelsumsätze mit Elektro-Großgeräten, darunter auch denjenigen für die Küche, legten laut GfK um 10,4 Prozent auf 10 Mrd. Euro zu. Der heimische Küchenhandel profitierte stark von der erhöhten Ausgabebereitschaft der Küchenkäufer: Während die Verkaufsmenge um 5 Prozent stieg, kletterte der Verkaufsumsatz um knapp 10 Prozent, wie die GfK ermittelte.

Elektrogroßgeräte boomten und die Kleingeräte sogar noch stärker. Die beeindruckenden Wachstumszahlen lieferte Markus Wagenhäuser, GfK Market Intelligence, der den Homeoffice Trend dafür mit verantwortlichen Homeoffice-Trend für nachhaltig hält. Ein paar Beispiele: globales Umsatzwachstum von Mai bis November 2020 für Küchenmaschinen lag bei + 70 Prozent, für Roboterstaubsauger bei + 47 Prozent und für Kaffeevollautomaten bei + 38 Prozent.

Großvolumige Kühlgeräte wuchsen 2020 im Vergleich zu 2019 stark. NoFrost-Kombinationen um 14,3 Prozent, Side-by-Side-Geräte um 34,5 Prozent und Multidoors sogar um 70,9 Prozent.

Für das laufende Jahr zeigt sich die deutsche Küchenbranche trotz der Unsicherheiten infolge der Pandemie zuversichtlich gestimmt. „Angesichts der weiterhin starken Baukonjunktur und des nachhaltigen Interesses der Konsumenten an höherwertigen Küchen bieten sich auch im Jahr 2021 Wachstumschancen“, skizzierte AMK-Vorstandssprecher Markus Sander die Erwartungen. Allerdings dürften die mit der Corona-Krise verbundenen Risiken nicht aus dem Blick geraten, die sich unter anderem aus instabilen Lieferketten ergäben. So seien etwa zwei Drittel der Unternehmen negativ vom Spanplatten-Engpass betroffen.

Ein weiteres Thema, Informationen über erste Rückmeldungen zur Nachhaltigkeitsumfrage der AMK unter ihren 147 Mitgliedern. AMK-Geschäftsführer Volker Irle freut sich über das große Engagement. So bezeichneten 33 Prozent der Unternehmen aus der Küchenmöbelindustrie ihren Co2-Fußabdruck als „gut“, bei der Hausgeräteindustrie waren es 40 Prozent und bei den Zulieferbetrieben 30 Prozent.

Bei der Frage zu den wichtigsten Nachhaltigkeitszielen bis 2025 kam bei der Küchenmöbelindustrie die klimaneutrale Produktion auf Position 1 gefolgt von der kompletten Umstellung auf E-Fahrzeuge.

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