Dr. Wieselhuber & Partner, VDM und Verbände der Holz- und Möbelindustrie NRW

Let’s talk Möbel: Lean, digital und green sind die zentralen Themen

Smarte Fabrik in der Möbelbranche – schon Realität oder noch Zukunftsmusik? Das diskutierten gestern beim W&P-Digital-Format „Let´s talk Möbel“, veranstaltet mit dem VDM und den Verbänden der Holz- und Möbelindustrie NRW, rund 40 Entscheider:innen aus Hersteller-, Handels- oder Zuliefererunternehmen mit namhaften Branchenvertretern.

„Das vergangene Jahr hat gezeigt: Sichere Lieferfähigkeit ist das Thema der Industrie! Denn Wartezeiten sind inzwischen ein Killer für die Endkunden – und smarte Wertschöpfungsketten damit ein Muss für Player, die wettbewerbsfähig aufgestellt sein wollen“, so Gastgeber Dr. Timo Renz, W&P Partner und Branchenkenner, einleitend.

Denn Jan Kurth, Geschäftsführer des VDM und der Verbände der Holz- und Möbelindustrie, beurteilt die Perspektiven und Chancen nach der 3. Welle durchaus positiv: „Ich glaube, dass wir an zwei Ecken gewinnen können: im Inland durch den bleibenden Fokus auf das Thema Einrichten und im Ausland aufgrund des riesigen Potenzials, was die Steigerung der Exportquote angeht!“

Und wie beurteilen die Möbler die Smartness ihrer aktuellen Produktionsstrukturen? Sind diese bereits lean, digital und green, wie Oliver Rörig, W&P Partner und Leiter Operations W&P in der Diskussionsrunde den Dreiklang aktueller Herausforderungen umschreibt?

„Lean hängt neben der grundsätzlichen Haltung bei uns stark vom Produktionsprogramm und der Kundengruppe ab, aber grundsätzlich sind die vollautomatisierte Steuerung, staplerfreie Abläufe und smarte, digitale Prozesse über die Nutzung von Daten an unseren Standorten unser Anspruch. Potenziale sehen wir sicherlich noch in Sortimentsstrukturen und -politik“, so Ulrich Bühler, Gruppenleitung Marketing & Vertrieb, der Egger Unternehmensgruppe. Nachhaltigkeit heißt für ihn zum einen konkret kommunizierte Transparenz: „88 Prozent der Produkte sind aus nachwachsenden Rohstoffen hergestellt. 60 Prozent des eingesetzten Holzes sind recycled oder Resthölzer. Auch der regionale Einkauf des Rohstoffs Holz rund um die Betriebe ist mit 72 Prozent die Regel, weiterhin haben 80 Prozent der Produkte eine Umweltproduktdeklaration. Nachhaltigkeit ist aber mehr als ein Produkt. Es ist eine Haltung, die sich auch in der GuV widerspiegeln kann und sollte“.

Für Holger Hanhardt, Geschäftsführer der Hartmann Möbelwerke, die als klar handwerklich geprägtes Unternehmen mit Naturprodukten arbeiten, werden die Themen lean und Robotik sicher nie höchste Priorität haben. „KI steht bei uns für Klaus Ilsanker. Der ist Tischler in unserem Werk. Aber natürlich haben wir in diesem Bereich noch Hausaufgaben zu erledigen. Auch wenn im Hochwertbereich die Kunden weiterhin eher nicht online kaufen werden, liegt in digitalen Angeboten der Vorrecherche, Bewertung und Serviceangeboten viel Potenzial, das wir noch ausschöpfen können. Nachhaltiges und ressourcenschonendes Handeln dagegen ist tagtäglich auf der Agenda.“

Und wie die noch ungenutzten Potenziale heben? „Am besten gelingt die erfolgreiche Transformation durch agile Leuchtturmprojekte mit starkem ROI sowie einem konsequenten Rollout“, so die abschließende Empfehlung von Oliver Rörig für den Weg zur Smarten Fabrik.

Mehr zum Thema gibt es auch in der Juni-Ausgabe der „möbel kultur“.

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