Küchenherbst 2020

Resümee von der Küchenmeile

Endlich wieder Küche zum Anfassen und Face-to-face-Gespräche über das aktuelle Marktgeschehen: Wenn auch mit Maske und Abstand, so haben Aussteller und Besucher den ostwestfälischen Küchenherbst in der vergangenen Woche sichtlich genossen. Etwa 30 Prozent der üblichen Händlerzahl suchten die rund 30 Ausstellungen rund um die „Küchenmeile“ auf, so war der einhellige Eindruck. Nicht zuletzt die jüngsten Einreiseauflagen drückten die Quoten vor allem aus dem Ausland – umso größer die Freude, wenn dennoch einige Besucher aus den Benelux-Ländern in den Ausstellungen zu sehen und zu hören waren. Nach dem Motto „Qualität vor Quantität“ wurde das Plus an Zeit für jeden Einzelnen für einen entsprechend intensiveren Austausch genutzt. Entsprechend war die Atmosphäre, bei schönstem Wetter, überall stressfrei und entspannt. Ein Pluspunkt, den die Hausmessen im ländlichen Ostwestfalen ohnehin gegenüber den großen Messehallen für sich verbuchen und im Corona-Jahr auch die Schwellenängste dämpfte. Dazu trugen insbesondere die ausgefeilten Sicherheitskonzepten bei. Wobei Nobilia als Branchenleader auch hier durch ein Non-plus-Ultra beeindruckte: von der Vorabregistrierung, die in einem eigenen Empfangszelt einschließlich Körpertemperatur gecheckt wurde, über den Einlass in 20-Minuten-Slots bis zu Abstandskontrolleuren und den mobilen „Nobi-Robis“ für die Luftreinigung.

Das Topthema beim Küchendesign: noch mehr Perfektion im Harmoniekonzept. Während sich die Branche überwiegend auf dunkle Töne wie Anthrazit und Grau-Braun an den Fronten einigt, zieht sich der Trend nun bis uns Innenleben fort. Ob Korpus, Zargen, Kanten, Vitrinen oder Organisationssysteme: Alles verbindet sich zu einem ganzheitlichen Farbkonzept. Tiefgezogene Sockel und Beleuchtungssysteme an Griffleisten und Glasböden sowie durchgehende Türen für die blendenfreie Planung unterstreichen den wohnlichen Auftritt. Akzente in Bronze, RAL-Lackfarben und ein breiteres Spektrum an Hölzern wie Nussbaum oder Lärche machten die oft sehr kreativen Planungen sehenswert. Zum Must-Have werden matte Fronten mit Antifingerprint-Oberfläche, die nun von verschiedenen Vorlieferanten angeboten wird.

Wie schon in den vorherigen Jahren erhielten nicht nur Küchen den wohnlichen Touch, sondern wurden immer wieder auch Lösungen für Hauswirtschaftsraum, Ess- und Wohnzimmer gezeigt. Neu dazu kamen nun Ideen, wie sich auch das Home-Office zum Beispiel hinter einer „Barklappe“ leicht integrieren lässt. Bei Nobilia und Nolte wurde überdies das Bad entsprechend dem Ausbau ihrer Sortimente auf breiter Front präsentiert. Stauraum-Ideen fürs urbane Apartment nahmen ebenso viele Hersteller als Herausforderung an. Großformatige Schiebetüren ermöglichen zudem innenarchitektonische Raumabtrennungen. Allein die vorbildlichen Planungen dürften die Reise nach Ostwestfalen wert gewesen sein. Wer nicht live dabei war, hat jetzt meist noch die Chance auf einen virtuellen Rundgang oder zumindest eine digitale Aufbereitung der News. Die Zusammenfassung der wichtigsten Trends und Küchen lesen Sie in der Oktober-Ausgabe der „möbel kultur“.

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