Living Kitchen

Stimmen und Stimmungen zur Kölner Küchenmesse

Besser als erwartet verlief für viele Aussteller die LivingKitchen 2019. Nahezu überall stieß die „möbel kultur“-Redaktion bei ihrem Messerundgang auf positive Resonanzen. Auch wenn im Vorfeld die Absage großer Player wie BSH, Miele und Häcker die Stimmung gedämpft hatten, war die Küchenmesse gut besucht und auch die Qualität der Gespräche war offenbar für die meisten Aussteller zufriedenstellend. Und natürlich sorgte allein schon die Neugier der Branche auf die Kölner Messeentwicklung für den guten Zulauf.

Vor allem traditionelle Zugpferde wie Blanco, Bora, Leicht Küchen, Nobilia und Schüller erwiesen sich als regelrechte Hotspots. Neuheiten gab es erwartungsgemäß weniger zu sehen beziehungsweise waren schon von den Herbstmessen bekannt. Ausnahmen bildeten beispielsweise Bora mit der neuen „Pure“-Linie als Ablösung der „Basic“ (s. separate News) – die vis-à-vis von Berbel mit einem neuen Einstiegsmodell der „Downline“ gekontert wurde. Während bei Leicht Küchen die aktive Teilnahme in Löhne ausgefallen war und dafür Köln besonders in den Fokus rückte, demonstrierte jetzt Zeyko durch den Auftritt mit einer modularen „Leiterküche“ die Differenzierung zum Mainstream. Bei den Geräten machten hingegen Newcomer wie Sharp/Vestel und Haier/Candy neugierig. Auffällig viele Anbieter von Granit- und Keramikarbeitsplatten, insbesondere aus Spanien und Italien, rundeten dazu das Spektrum ab.

Durchaus sehenswert waren die Standpräsentationen, die u. a. den Trend zum ganzheitlichen Wohnen zeigten sowie Anregungen, den Mehrwert der Küche durch Beleuchtung und anderes technisches Equipment zu verbessern. Zentraler Aufhänger war die Ausrichtung auf die Zukunft. Ein Thema, das zum einen durch die Sonderflächen „Future Design“ (mit mehrtägiger Präsenz von Designer Alfredo Häberli) oder „Future Technology“ und „Future Foodstyle“ inspiriert war – aber auch von Ballerina, Schüller („Alexa, lass uns Kuchen backen“) und anderen umgesetzt wurde.

Ob sie an der LivingKitchen wieder teilnehmen wollen, haben die meisten Aussteller für sich noch nicht entschieden. Doch einige Unternehmen sind bereits jetzt der Meinung, dass eine Messe unter gleichen Bedingungen durchaus Sinn machen würde. Wenn weitere große Namen ausscheren, könnte dies allerdings die Perspektiven in Frage stellen.

Zum Ende der Messe hat die „möbel kultur“ einige Live-Statements zur „LivingKitchen 2019“ eingeholt:

  • Heinz-Jürgen Meyer, GF Rotpunkt: „ ,Made in Germany' braucht auch eine eigene Messe. Wir nutzen die Chance, uns als Alternative im deutschen Markt bekannter zu machen.“
  • Dr. Lars Bopf, GF Nobilia: „Es ist traurig, dass man die Messe schon vor ihrem Ende totgeredet hat. Für Nobilia war die Messe qualitativ und quantitativ in Ordnung. Auch die Publikumstage verliefen erfreulich.“ 
  • Lars Kreutz, GL Vertrieb Blanco: „Der Besucherandrang bei uns war an allen Tagen hoch, insgesamt sind wir sehr zufrieden. Generell hatten wir aber den Eindruck, dass das Messegeschehen als Folge des Fehlens zahlreicher renommierter Unternehmen gelitten hat. Eine Einschätzung für die Zukunft wagend, scheint uns allerdings eine Leitmesse ohne die Flaggschiffe der Branche kaum realisierbar.“ 
  • Willi Bruckbauer, GF Bora: „Ich find’s schade, dass so viele Gerätehersteller nicht dabei gewesen sind.“
  • Peter Ahlmer, GF Berbel: „Ich würde auf dieser Basis wieder nach Köln kommen. Neben Kontakten zu Fachbesuchern bieten die Endverbrauchertage eine gute Gelegenheit, den Fokus beim Thema Dunstabzug auf das grüne Label von Berbel zu lenken.“
  • Markus Schüller: „Die Händler verteilen sich auf weniger Aussteller. Das kommt uns diesmal noch stärker zugute.“
  • Stefan Waldenmaier, GF Leicht: „Vom Standpunkt der internationalen Besucherresonanz hält Köln zwar den Vergleich zu Mailand nicht stand, aber lohnt sich trotzdem. Einer weiteren Beteiligung steht derzeit nichts entgegen.“
  • Thomas Wittling, Deutschland-GF Haier: „Die Abwesenheit der großen Gerätehersteller sehen wir nicht als Nachteil. Eine bessere Bühne hätte man uns nicht geben können.“
  • Heidrun Brinkmeyer, Ballerina: „Für uns zählt der Vorteil einer zentralen Messeplattform, um neue Kontakte zu knüpfen, auch international. Wenn die Konstellation so bleibt, werden wir wiederkommen.“
  • Hans-Joachim Kalek, Vertriebsleiter Beckermann: „Wir sind mehr als zufrieden. Gerade die kleineren Unternehmen profitieren von Köln. Wir hatten Gespräche mit mindestens 25 Prozent Neukunden am Stand.“

 

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